Reform zur Insolvenzanfechtung erklÀrt &
– wie Sie sich mit der Insolvenzanfechtungsversicherung schĂŒtzen –



Lesedauer: 3-4 Minuten
Mehrwerte: nach Lesen des Artikels sind Ihnen die wesentlichen rechtlichen Fallstricke bewusst. Ferner wissen Sie, wie Sie Ihr Unternehmen entsprechend schĂŒtzen können (u.a. mittels einer Insolvenzanfechtungsversicherung). Ausgearbeitet vom lt. WirtschaftsWoche 4. besten Makler Deutschlands!
Autoren: Dr. Wolfram Desch (renommierte Wirtschaftskanzlei Graf von Westphalen); Dirk Dahlheimer (MRH Trowe Credit & Finance); Dr. Burkhard Fassbach 
Veröffentlicht in abgewandelter Form in der fĂŒhrenden Zeitschrift fĂŒr “Forderungs- & Inkassothemen”: Zeitschrift fĂŒr das Forderungsmanagement

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1. Die Insolvenzanfechtung in der Praxis

In den vergangenen Jahren wurde zunehmend kritisiert, dass die praktische Handhabung des Insolvenzanfechtungsrechts durch Insolvenzverwalter und Gerichte den Wirtschaftsverkehr mit unverhĂ€ltnismĂ€ĂŸigen und unkalkulierbaren Risiken belaste. Insbesondere die betroffenen WirtschaftsverbĂ€nde machten sich fĂŒr eine Reform des Insolvenzanfechtungsrechts stark. Diese Reform wird nun noch in dieser Legislaturperiode Gesetz werden. UnabhĂ€ngig von ihrer Umsetzung werden fĂŒr Vertragspartner von Krisenunternehmen in der Praxis aber weiterhin erhebliche Insolvenzanfechtungsrisiken verbleiben.

Erfolgreicher Insolvenzantrag - fehlende Versicherung
1.1 Das Insolvenzanfechtungsrecht – gegenwĂ€rtige Rechtslage

In der Insolvenz gilt der Grundsatz der gleichmĂ€ĂŸigen GlĂ€ubigerbefriedigung. Das noch vorhandene Vermögen soll gleichmĂ€ĂŸig an alle GlĂ€ubiger im Rahmen einer Quotenzahlung verteilt werden. Diesen Grundsatz verlagert die Insolvenzanfechtung unter bestimmten Voraussetzungen auf Rechtshandlungen vor der Insolvenz vor. So können beispielsweise Schenkungen in einem Zeitraum von vier Jahren vor der Insolvenzantragstellung angefochten werden. Befriedigungen und Sicherungsleistungen in einem Zeitraum von drei Monaten vor der Insolvenzantragstellung sind ebenfalls Gegenstand erhöhter Anfechtungsrisiken.

Gegenstand der Aufmerksamkeit war in den letzten Jahren insbesondere die Insolvenzanfechtung nach § 133 Abs. 1 InsO, die sogenannte Vorsatzanfechtung. Danach können Rechtshandlungen des insolventen Unternehmens aus einem Zeitraum von zehn Jahren vor Insolvenzantragstellung angefochten werden, wenn das Unternehmen mit GlĂ€ubigerbenachteiligungsvorsatz handelte und der Anfechtungsgegner diesen Vorsatz kannte. Der GlĂ€ubigerbenachteiligungsvorsatz des insolventen Unternehmens und die Kenntnis des Anfechtungsgegners hiervon werden vermutet, wenn dem insolventen Unternehmen und dem Anfechtungsgegner die (drohende) ZahlungsunfĂ€higkeit des Unternehmens und die GlĂ€ubigerbenachteiligung der jeweiligen angefochtenen Handlung bekannt ist. Leistungen des Schuldners, fĂŒr die unmittelbar eine gleichwertige Gegenleistung in sein Vermögen gelangt, sind nur unter erschwerten Voraussetzungen anfechtbar (sogenanntes BargeschĂ€ftsprivileg nach § 142 InsO).

Die Rechtsfolge einer erfolgreichen Anfechtung ist die Verpflichtung des Anfechtungsgegners zur RĂŒckgewĂ€hr der angefochtenen Leistung an die Insolvenzmasse. Im Gegenzug kann der Anfechtungsgegner jedenfalls bei AustauschgeschĂ€ften einen Anspruch zur Insolvenztabelle anmelden. Dieser ist in der Praxis aber in der Regel nicht werthaltig, da er nur mit der Insolvenzquote bedient wird.

Der Anfechtungsanspruch ist mit 5% ĂŒber dem Basiszins ab Insolvenzeröffnung – nach gegenwĂ€rtiger Rechtslage unabhĂ€ngig davon, wann er geltend gemacht wird – zu verzinsen.

1.2 Die praktische Rechtsanwendung insbesondere im Hinblick auf die Vorsatzanfechtung

Die Rechtsprechung handhabt die Insolvenzanfechtung vergleichsweise streng. Insbesondere im Hinblick auf die zehnjĂ€hrige Vorsatzanfechtung nach § 133 Abs. 1 InsO hat die höchstrichterliche Rechtsprechung den Anwendungsbereich in den letzten Jahren erheblich ausgeweitet. Neben verschiedenen weiteren Indizien, die die Rechtsprechung zur Annahme eines GlĂ€ubigerbenachteiligungsvorsatzes entwickelt hat (bspw. erfolglose Vollstreckungsversuche, nicht gezahlte Steuern und SozialversicherungsbeitrĂ€ge, etc.), fĂŒhren sogar Bitten des Schuldners um Zahlungserleichterungen (beispielsweise Stundungen oder Ratenzahlungen) regelmĂ€ĂŸig zu erhöhten Anfechtungsrisiken nach § 133 Abs. 1 InsO fĂŒr einen GlĂ€ubiger (u.a. BGH, Urt. v. 30.06.2011 – IX ZR 134/10).


Insolvenzanfechtungsversicherung Makler vergessen

Der BGH geht davon aus, dass derjenige, der Zahlungserleichterungen vereinbaren muss, kein Geld mehr hat, um die Rechnungen der anderen GlĂ€ubiger zu begleichen. Zwar hat der BGH mittlerweile entschieden, dass die alleinige Bitte um eine Ratenzahlung kein Indiz fĂŒr einen GlĂ€ubigerbenachteiligungsvorsatz des Schuldners ist, wenn diese sich im Rahmen der Gepflogenheiten des GeschĂ€ftsverkehrs hĂ€lt (BGH, Beschl. v. 16.04.2015 – IX ZR 6/14). Anders verhĂ€lt sich dies jedoch bereits dann, wenn die Bitte mit einer ErklĂ€rung verbunden wird, ohne die Zahlungserleichterungen die fĂ€lligen Verbindlichkeiten nicht begleichen zu können.

Selbst wenn der Anfechtungsgegner darlegt, dass ein BargeschĂ€ft vorliegt, spricht dies nicht zwingend gegen das Vorliegen eines GlĂ€ubigerbenachteiligungsvorsatzes. Erst 2015 hat der BGH entschieden, dass dem BargeschĂ€ft dann kein entkrĂ€ftendes Beweisanzeichen zukommt, wenn der Schuldner weiß, dass mit der FortfĂŒhrung des Unternehmens weitere Verluste anfallen, die fĂŒr die GlĂ€ubiger auf lĂ€ngere Sicht ohne Nutzen sind (BGH, Urt. v. 12.02.2015 – IX ZR 180/12). Da es im Vorfeld von Insolvenzen naturgemĂ€ĂŸ zu Verlusten kommt, ist unklar ob und unter welchen Voraussetzungen der BargeschĂ€ftseinwand nach den gegenwĂ€rtigen RechtsgrundsĂ€tzen noch einer Vorsatzanfechtung entgegensteht.

1.3 Reform der Insolvenzanfechtung
Bereits Ende 2015 verabschiedete das Kabinett einen Gesetzentwurf zur Reform der Insolvenzanfechtung. Am 16.02.2017 passierte dieser den Bundestag. Nach dem Entwurf soll u.a.:

  • die Anfechtungsfrist des § 133 Abs. 1 InsO fĂŒr Sicherungen oder Befriedigungen von GlĂ€ubigern durch eine Rechtshandlung des Schuldners auf vier Jahre verkĂŒrzt werden, § 133 Abs. 2 InsO n.F. (fĂŒr andere FĂ€lle, beispielsweise Vermögensverschiebungen, bleibt es allerdings bei der Anfechtungsfrist von zehn Jahren)
  • im Falle sogenannter kongruenter Deckungen (also Sicherungen oder Befriedigungen, auf die ein konkreter Anspruch bestand) nur noch die bereits eingetretene (und nicht mehr die nur drohende) ZahlungsunfĂ€higkeit einen Schluss auf den GlĂ€ubigerbenachteiligungsvorsatz i.S.d. § 133 Abs. 1 InsO nahe legen. Ferner soll in diesen FĂ€llen nicht mehr der Schluss von einer Zahlungserleichterungsvereinbarung auf die Kenntnis des Anfechtungsgegners vom GlĂ€ubigerbenachteiligungsvorsatz des Schuldners möglich sein, sondern im Gegenteil gerade dessen GutglĂ€ubigkeit im Hinblick auf die ZahlungsfĂ€higkeit vermutet werden (Beweislastumkehr zu Lasten des Insolvenzverwalters, nicht mehr zu seinen Gunsten). Eine entsprechende Regelung wird sich in § 133 Abs. 3 InsO n.F. finden.
  • ein BargeschĂ€ft nach § 142 InsO nur noch unter den Voraussetzungen des § 133 InsO anfechtbar sein, wenn der Anfechtungsgegner erkannt hat, dass der Schuldner „unlauter“ handelte und
  • eine Verzinsung der AnfechtungsansprĂŒche nicht mehr automatisch mit Insolvenzverfahrenseröffnung, sondern nur noch dann erfolgen, wenn Verzug vorliegt oder ein Gerichtsprozess bereits eingeleitet wurde.
    DarĂŒber hinaus sieht der Gesetzentwurf Privilegierungen fĂŒr Arbeitnehmerzahlungen vor und Erleichterungen im Hinblick auf die ZulĂ€ssigkeit von GlĂ€ubigerinsolvenzantrĂ€gen.

1.4 Ausblick “Reform der Insolvenzanfechtung”
Auch die Reform wird das Problem des scharfen Schwerts der Insolvenzanfechtung nicht beseitigen und fĂŒr die notwendige Sicherheit im Rechtsverkehr sorgen.

Die VerkĂŒrzung der Anfechtungsfrist von zehn auf vier Jahre bei Sicherungen und Befriedigungen nach § 133 Abs. 2 InsO n.F. ist in der Praxis nur bedingt relevant. Bereits nach der gegenwĂ€rtigen Rechtslage wurde jedenfalls bei normalen Leistungsbeziehungen in den wenigsten FĂ€llen der Zeitraum von zehn Jahren ausgeschöpft.DarĂŒber hinaus wird auch die neue Rechtslage von verschiedenen UnwĂ€gbarkeiten geprĂ€gt sein. Es wird einige Jahre dauern, bis die Rechtsprechung unbestimmte Rechtsbegriffe wie „unlauter“ in § 142 InsO n.F. mit rechtlich klareren Konturen schĂ€rft.

Selbst die erschwerte Anfechtung bei kongruenten Sicherungen und Befriedigungen nach § 133 Abs. 3 InsO n.F. dĂŒrfte nicht zu endgĂŒltiger Rechtssicherheit und einer deutlichen Reduzierung der Anfechtungsrisiken beitragen. ZunĂ€chst ist die Rechtsprechung im Hinblick auf die Annahme einer kongruenten Deckung streng, sodass zahlreiche FĂ€lle gar nicht unter den Anwendungsbereich des § 133 Abs. 3 InsO n.F. fallen werden. Was das neue Erfordernis der Kenntnis des Schuldners von seiner bereits eingetretenen ZahlungsunfĂ€higkeit – und nicht nur seiner drohenden ZahlungsunfĂ€higkeit – angeht, hat auch dies nur bedingte praktische Relevanz. Bereits heute wird dem Schuldner in der Praxis hĂ€ufig durch Darlegung der sogenannten Zahlungseinstellung die eingetretene ZahlungsunfĂ€higkeit nachgewiesen. Ähnlich verhĂ€lt sich die Situation im Hinblick auf die vorgesehenen erhöhten Anforderungen der Anfechtung bei Vorliegen von Ratenzahlungsvereinbarungen. Auch in Zukunft wird das Gericht im Rahmen der Anfechtung nach § 133 Abs. 1 InsO eine Gesamtschau aller Beweisanzeichen vornehmen, bei der die Bitte um Ratenzahlung nur eines von verschiedenen Indizien ist. Gerade in Krisensituationen liegen hĂ€ufig aber mehrere Indizien vor. Zudem wird es sicher in einigen FĂ€llen auch zu nicht eingehaltenen Ratenzahlungsvereinbarungen kommen, was wiederum die (drohende) ZahlungsunfĂ€higkeit indiziert.

Schließlich sollte bedacht werden, dass der BGH trotz der bereits seit langem anhaltenden Diskussion um die geforderte Reduzierung der Insolvenzanfechtungsrisiken insbesondere im Hinblick auf § 133 Abs. 1 InsO weiterhin vergleichsweise streng urteilt. Die Praxis muss sich darauf einstellen, dass sich dies auch nach der Reform nicht Ă€ndern wird.

GlĂ€ubiger mĂŒssen daher entweder bereits frĂŒhzeitig Beratung in Anspruch nehmen, um eventuelle Risiken zu verringern, oder aber andere Wege gehen, wie beispielsweise den des Abschlusses einer Insolvenzanfechtungsversicherung.

„Unser Ziel ist es, unsere Mandanten besser vor RĂŒckforderungen eines Insolvenzverwalters zu schĂŒtzen. HierfĂŒr stellen wir den grĂ¶ĂŸten Marktvergleich als Experten zur VerfĂŒgung, um immer das Maximum fĂŒr unsere Kunden herauszuholen!“ Dirk Dahlheimer; GeschĂ€ftsfĂŒhrer MRH Trowe Credit & Finance

2. Die Insolvenzanfechtungsversicherung

2.1 Praxisrelevanz der Insolvenzanfechtungsversicherung

Die EinfĂŒhrung und Verbreitung der Insolvenzanfechtungsversicherung war im Markt durch Anfragen der mittelstĂ€ndischen Wirtschaft an die Kreditversicherer nach Absicherungskonzepten verursacht. Insbesondere im Mittelstand können InsolvenzanfechtungsansprĂŒche des Insolvenzverwalters fĂŒr die betroffenen Unternehmen zu einer existenzbedrohenden wirtschaftlichen Schieflage – bis hin zur Insolvenz eines im Kern gesunden Unternehmens – fĂŒhren.

Exemplarisch lĂ€uft ein typischer Fall wie folgt ab: Ein mittelstĂ€ndischer Betrieb hat einen großen Kunden, den er seit Jahren beliefert. Der Kunde meldet nach Jahren guter GeschĂ€fte Insolvenz an. Der Betrieb hat offene Rechnungen aus Lieferungen und Leistungen. Der Insolvenzverwalter behauptet, dass der MittelstĂ€ndler von den Zahlungsschwierigkeiten des Kunden gewusst haben mĂŒsse, zumindest nach den Angaben, die er aus den ihm ĂŒbergegebenen Unterlagen und Aussagen der Gemeinschuldnerin erschließen kann. Er ficht die ĂŒber einen lĂ€ngeren Zeitraum erhaltenen Zahlungen des MittelstĂ€ndlers gegenĂŒber diesem an. In EinzelfĂ€llen kann dies zu existenzvernichtenden Risiken des Anfechtungsgegners fĂŒhren. Hierzu anschaulich ein Filmbeitrag in der Mediathek des Westdeutschen Rundfunks vom 8. Februar 2017, abrufbar unter klicken auf das unten aufgefĂŒhrte Foto:

Insolvenzanfechtungsversicherung vom WDR erklÀrt

Die Insolvenzanfechtungsversicherung hat fĂŒr die versicherungsnehmende Wirtschaft im Ergebnis eine Bilanzschutzfunktion. So kann das Produkt im Einzelfall zum Rettungsanker fĂŒr ein Unternehmen werden. Aufgrund des Bewusstseins hinsichtlich der Risiken hat sich der Markt dahingehend entwickelt, dass neuerdings die Insolvenzanfechtungsversicherung nicht nur als Zusatzbaustein der primĂ€ren Kreditversicherung angeboten wird, sondern auch als solitĂ€re Versicherungslösung ohne zugrundeliegende Kreditversicherung verfĂŒgbar ist.

2.2 Die Funktionsweise der Insolvenzanfechtungsversicherung im Schadenfall

Nachfolgend soll das VerstĂ€ndnis der Funktionsweise der Insolvenzanfechtungsversicherung im Schadenfall geschĂ€rft werden. Dabei ist die Versicherungsfalldefinition in den Versicherungsbedingungen entscheidend. Diese setzt zunĂ€chst eine ErklĂ€rung der Insolvenzanfechtung durch den Insolvenzverwalters voraus. Diese wiederum ist verbunden mit der Aufforderung zur RĂŒckzahlung erhaltener Zahlungen an die Gemeinschuldnerin. Die betroffenen Unternehmen mĂŒssen sich betreffend der geltend gemachten RĂŒckzahlungsforderungen von Insolvenzverwaltern mit dem Versicherer abstimmen und den entsprechenden versicherungsvertraglichen Obliegenheiten nachkommen.

Vom Versicherungsschutz erfasst sind nicht nur EntschĂ€digungsleistungen hinsichtlich der vom Insolvenzverwalter angefochtenen Forderungen, sondern auch die zur Abwehr der RĂŒckforderungsansprĂŒche anfallenden Kosten, insbesondere Anwaltskosten. Da es sich bei Fragen der Insolvenzanfechtung um eine Spezialmaterie handelt, ist die Beauftragung eines versierten Fachanwalts fĂŒr Insolvenzrecht von kriegsentscheidender Bedeutung; dies auch deshalb, weil Insolvenzverwalter in der Regel AnsprĂŒche sehr hartnĂ€ckig verfolgen und auch den Weg durch den Instanzenzug der Gerichte bis hin zum Bundesgerichtshof mitunter nicht scheuen. Der lange Atemzug der Insolvenzverwalter kann auch dadurch erklĂ€rt werden, dass diese gelegentlich Prozessfinanzierer im RĂŒcken haben. So kann die Insolvenzanfechtungsversicherung einen Kampf “David gegen Goliath” vermeiden und Chancengleichheit in der Auseinandersetzung gewĂ€hrleisten (“levelling the playing field”). Spezialisierte Kreditversicherungsmakler haben im Notfall sofortigen Zugriff auf ein hochkarĂ€tiges Fachanwaltsnetzwerk, wobei dieses Anwalts-Panel mit dem Versicherer im Vorfeld abgestimmt ist. Bei Abschluss einer Insolvenzanfechtungsversicherung bietet diese als besonderes Leistungsmerkmal auch rĂŒckwirkend Versicherungsschutz mit Einhaftung von bis zu 10 Jahren.

Sollte die Abwehr der AnsprĂŒche nicht gelingen, so greift das Leistungsversprechen der EntschĂ€digungsleistung. Dabei gilt im Grundsatz, dass sich die Höhe des versicherten Ausfalls zunĂ€chst nach der Höhe des nach der Insolvenzanfechtung an den Insolvenzverwalter zurĂŒckgezahlten Betrages zuzĂŒglich der entschĂ€digungsfĂ€higen Rechtsverfolgungskosten richtet. Gegenstand der EntschĂ€digungsleistung sind die versicherten Forderungen aus Lieferung und Leistung. Unterschiede gibt es hierbei zwischen dem Konzept der solitĂ€ren Insolvenzanfechtungsversicherung und der in die bestehende Kreditversicherung als Zusatzbaustein eingebetteten Insolvenzanfechtungsversicherung. Bei der solitĂ€ren Lösung sind grundsĂ€tzlich alle rechtlich begrĂŒndeten Forderungen gegen Unternehmen versichert, die zum Zeitpunkt des Abschlusses der Police noch nicht Insolvenz angemeldet haben. Ausnahmen sind lediglich Forderungen aus Vermietung und Verpachtung sowie Forderungen gegen öffentlich-rechtliche Kunden und Privatpersonen. DemgegenĂŒber bietet die Insolvenzanfechtungsversicherung als Teil der Kreditversicherungs-Police dann Versicherungsschutz, wenn die vom Insolvenzverwalter angefochtene Forderung ursprĂŒnglich auch in dem primĂ€ren Kreditversicherungsvertrag versichert war.

2.3 Versicherungssummen und PrÀmienniveau

Im Versicherungsschein wird die HöchstentschÀdigung als Versicherungssumme dokumentiert. In der solitÀren Insolvenzanfechtungsversicherung können Versicherungssummen zwischen EUR 250 TEUR und 10 Millionen EUR gewÀhlt werden, wÀhrend bei dem Absicherungskonzept im Rahmen der Kreditversicherung bereits Versicherungssummen ab EUR 100.000 vereinbart werden können. Bei der tradierten Versicherungslösung wird von den meisten Versicherern ein festes PrÀmientableau vorgegeben, wÀhrend einzelne Versicherer einen PrÀmienzuschlag zwischen 5 % bis 20 %, bezogen auf die NettojahresprÀmie der primÀren Kreditversicherung erheben.


Insolvenzanfechtungsversicherung ein gutes GefĂŒhl

Bei dem innovativen solitĂ€ren Absicherungskonzept kalkulieren die Underwriter die PrĂ€mie individuell an Hand diverser Risikoparameter wie Umsatz des Unternehmens, Debitorenstruktur, Branche, BonitĂ€t der Top 10 Kunden, etc. In der Konsequenz ergibt sich fĂŒr die solitĂ€re Lösung ein etwas höheres PrĂ€mienniveau als bei einer vergleichbaren Zusatzversicherung zur Kreditversicherung.

2.4 Ausblick

Es steht zu erwarten, dass auch nach der Gesetzesnovelle erhebliche Risiken und Unsicherheiten im Rahmen einer Insolvenzanfechtung bestehen bleiben, denen die Unternehmen nur mit dem Schutzschirm einer adĂ€quaten Insolvenzanfechtungsversicherung begegnen können. Der Markt der Insolvenzanfechtungsversicherung wird deshalb auch in Zukunft weiter wachsen. Der versicherungsnehmenden Wirtschaft ist anzuraten, sich hinsichtlich der fĂŒr die individuellen BedĂŒrfnisse am besten passenden Versicherungslösung fachmĂ€nnisch beraten zu lassen. Hierbei können spezialisierte Kreditversicherungsmakler, die auch im Dialog mit einem insolvenzrechtlichen Fachanwaltsnetzwerk stehen und den Markt stĂ€ndig beobachten, einen wertvollen Beitrag leisten.

Über MRH Trowe Credit & Finance

Bereitgestellt von MRH Trowe Credit & Finance, dem Kreditversicherungsmakler von MRH Trowe mit ĂŒber 30 Jahren Erfahrung. Innerhalb der 300 Mitarbeiter-starken Unternehmensgruppe ist die MRH Trowe Credit & Finance fĂŒr fĂŒhrende Lösungen in den folgenden Bereichen zustĂ€ndig:

  • Insolvenzversicherung & Insolvenzanfechtungsversicherung
  • Kreditversicherung/Warenkreditversicherung
  • Factoring-Lösungen
  • Zugang zu sĂ€mtlichen Factoringanbietern & Kreditversicherern (z.B. Atradius, Euler Hermes, Coface, Zurich, R+V etc.)
  • Finanzierungsprogramme
  • etc.

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Kurzprofile der Autoren

Rechtsanwalt Dr. Wolfram Desch ist Partner bei Graf von Westphalen und Fachanwalt fĂŒr Insolvenzrecht. Er berĂ€t in sĂ€mtlichen Fragen des Restrukturierungs- und Insolvenzrechts und gehört zu den fĂŒhrenden RechtsanwĂ€lten in Deutschland bei der Abwehr von AnsprĂŒchen im Rahmen einer Insolvenzanfechtung. Zum Leistungsprofil von Hrn. Desch (hier klicken)


Dirk Dahlheimer ist GeschĂ€ftsfĂŒhrer bei MRH Trowe Credit & Finance und berĂ€t Unternehmen seit mehr als 20 Jahren rund um das Thema Forderungsabsicherung, Forderungsfinanzierung, Kreditversicherung, Insolvenzanfechtungsversicherung und BĂŒrgschaften.



FĂŒhrende Zeitschrift fĂŒr Fachthemen rundum Factoring, Forderungsmanagement, Inkasso etc., die wir dem interessierten Leser gerne ans Herz legen. Zur Homepage des Verlags